Waun I amoi nimma da bin…

Oder: die Auseinandersetzung mit der eigenen Abschiedsfeier.

Klingt nicht nach einem romantischen Thema. Eigentlich ist so gar nichts romantisch daran, wenn ich mir Gedanken darüber mache, wie meine Abschiedsfeier gestaltet werden soll. Wer denkt schon gerne daran, dass er irgendwann nicht mehr hier sein wird. Und vor allem jetzt als Jung-Mama möchte ich mir es nicht ausmalen, das Leben meines Kindes/meiner Kinder nicht mehr miterleben zu können.

Keiner von uns weiß, wann wir diese Welt verlassen werden. Und das ist auch gut so. Denn sonst würden wir vermutlich nur noch mit den Gedanken bei Tag X sein, würden vielleicht nicht mehr im Hier und Jetzt leben. Angst haben, wenn der Tag schon bald bevor steht…

Fakt ist: irgendwann werden wir alle gehen. Und dieses Irgendwann kann quasi jeder Zeit sein. Wir wünschen uns alle ein langes, gesundes, glückliches Leben. Fakt ist wieder: auf viele Dinge haben wir einfach keinen Einfluss.

Ich habe erst vor nicht allzulanger Zeit gelernt, wieso es wichtig ist (oder wichtig sein kann), sich mit der eigenen Abschiedsfeier auseinander zu setzen. Ich rede jetzt nicht davon, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Wobei ich das als auch sehr wichtig empfinde! Und ich rede auch nicht davon, seine Abschiedsfeier bis ins kleinste Detail zu planen. Kann man natürlich, wenn man möchte. Sondern ich rede davon, sich hinzusetzen und einmal aufzuschreiben, WIE man es sich ungefähr vorstellt. Was man möchte und was man nicht möchte. Will man einen Gottesdienst, oder eine Freie Feier. Möchte man begraben, oder doch lieber verbrannt werden. Wo soll die Feier stattfinden und WO so sollen die letzten Überreste vergraben werden. Wie soll der Abschied ungefähr gestaltet werden? Vielleicht gibt es ja ein Lied, das man unbedingt dabei haben möchte, oder einen speziellen Text.

Und im besten Fall schreibt man dazu gleich mal seinen Lebenslauf auf. Damit meine ich nicht den Lebenslauf den man sowieso geschrieben hat für eine Job-Bewerbung. Sondern einen Lebenslauf, der das Leben wiederspiegelt – welche Länder man bereist hat, welches Hobby man gerne ausgeführt hat, welchem Verein man beigetreten ist….Denn wie heißt es so schön: Am Ende des Lebens wünscht man sich doch nicht, mehr gearbeitet zu haben. Oder?!

Neben der eigenen Auseinandersetzung mit einem sehr wichtigen Bestandteil unseres Lebens, hat die „Planung“ der eigenen Abschiedsfeier noch einen weiteren Vorteil: es erleichtert die tatsächliche Planung des Abschiedsfestes den Hinterbliebenen! Dadurch, dass der Tod und das Sterben noch immer ein Tabu-Thema in unserer Gesellschaft ist, wird selbst in den engsten Familienkreisen nicht darüber gesprochen. Demnach wissen oft die engsten Familienmitglieder nicht, welche Wünsche und Vorstellungen man hat.

Und oft hat man einfach nicht mehr die Gelegenheit dazu, seine letzten Wünsche zu äußern…

Die Zeit zwischen dem Ableben und der Abschiedsfeier ist eine belastende, stressige, emotionale Zeit für all jene, die die Feierlichkeiten organisieren müssen. Da hilft es sehr, wenn vorgesorgt wurde. Zumindest mit ein paar Dingen.

Ich selbst habe meine Wünsche niedergeschrieben. Meinen zukünftigen Ehemann darüber in Kenntnis gesetzt. Er weiß, wo er im Fall der Fälle nachsehen muss.

Nein, es ist kein romantisches Thema. Schon gar nicht, wenn die Hochzeit vor der Türe steht und man sich ein langes, glückliches, gesundes gemeinsame Leben erhofft. Aber ich denke, dass ich ihm ein Stück weit damit geholfen habe, sollte er sich mit meiner Abschiedsfeier beschäftigen müssen.


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